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Poliomyelitis

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bemüht sich um die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung. In Deutschland wurde seit Jahren kein Fall registriert. Es gilt als poliofrei. In einigen Ländern in Afrika und Asien tritt diese Krankheit gelegentlich noch auf. Ein Impfschutz wird daher bei Reisen in diese Länder weiterhin empfohlen.

Der Erreger der Kinderlähmung, das Poliomyelitis-Virus, wird in der frühen Phase der Infektion als Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, Sprechen übertragen. Bedeutsamer für die Verbreitung ist jedoch die Ausscheidung des Virus über den Stuhl Infizierter oder Kranker. Es bleibt über Monate in Abwässern nachweisbar. Durch Schmierinfektionen oder verunreinigtes Trinkwasser kann das Virus aufgenommen werden.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 5 - 20 Tage. Die Krankheit verläuft meistens ohne Symptome. Nur ein geringer Teil der Infizierten entwickelt typische Krankheitszeichen mit Lähmungen.

In Deutschland kommt ein zu injizierender Impfstoff, der inaktivierte, nicht vermehrungsfähige Polioviren enthält, zum Einsatz. Auch Personen mit Immunschwäche können hiermit risikolos geimpft werden.

Bei Reisen in bestehende Endemiegebiete wird eine einmalige Auffrischimpfung empfohlen, wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt.

Selten kann es als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff innerhalb von 1 - 3 Tagen zu Rötung und Schwellung oder Schmerzen an der Impfstelle kommen. Allgemeinsymptome wie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie gastrointestinale Beschwerden sind ebenfalls nur selten zu beobachten. In Einzelfällen wird über allergische Reaktionen berichtet.