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Meningokokken-Meningitis

Meningokokken sind bekapselte Bakterien. Bei ca. 10% der Bevölkerung kommen sie als Saprophyten im Nasen-Rachen-Raum vor.

Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Für eine Infektion ist ein enger Kontakt erforderlich, da die Keime außerhalb des Körpers schnell absterben. Die einzige Infektionsquelle ist der Mensch, entweder als Erkrankter oder als asymptomatischer Träger.

In industriell entwickelten Ländern treten überwiegend Einzelerkrankungen auf.

In tropischen Ländern kommt es dagegen zu bestimmten Jahreszeiten immer wieder zu schweren Meningokokkenepidemien. Charakteristischerweise treten die häufigsten Erkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren auf. In Deutschland wird eine weitere Häufung bei den 15- bis 19-Jährigen beobachtet.

Die Inkubationszeit kann 2-7 Tage betragen. Das Krankheitsbild ist vielfältig. Häufig beginnt die Erkrankung mit einer Infektion der oberen Luftwege. Sie manifestiert sich schnell als Meningitis (Hirnhautentzündung) und/oder als Sepsis (Blutvergiftung). Folgeschäden treten auch bei frühzeitiger Therapie in ca. 10% der Erkrankungen auf. Die Letalität (Tödlichkeit) beträgt etwa 3%.

Für Mekka-Pilger ist die Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff, der die Stämme A, C, W135 und Y enthält, vorgeschrieben. Die Gültigkeit der Impfung beginnt nach 10 Tagen und wird durch eine Dosis für 3 Jahre erreicht.

Gelegentlich kann es als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff innerhalb von 1 - 3 Tagen zu Rötung und Schwellung oder Schmerzen an der Impfstelle kommen. Allgemeinsymptome wie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie gastrointestinale Beschwerden sind selten. Überempfindlichkeitsreaktionen treten selten auf. In Einzelfällen wird über anaphylaktoide Sofortreaktionen berichtet.

Da Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet sind, durch Meningokokken zu erkranken, wurde die Meningokokken-Impfung 2006 in den Impfkalender (Standardimpfungen) aufgenommen. Für Kinder unter 2 Jahren kommt aber ein anderer Impfstoff als der oben genannte zum Einsatz.